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Mehrgenerationentreff

Die kleine Kneipe

 

Leider müssen wir auch in diesem Semester noch auf unsere Kleine Kneipe verzichten. Sonja Lehmann möchte die Räume für viele Nutzungsmöglichkeiten ausgestalten – und das grundsätzlich für die Zukunft. Denn die Kleine Kneipe soll ein dauerhaftes Kreativ-Zentrum für die Alfelder Bevölkerung werden.

Es fällt uns schwer zu warten, aber der Altbau erfordert eben eine besondere Sorgfalt in der Vorbereitung und Ausführung aller handwerklichen Arbeiten. Fassen wir uns in Geduld.

17 Jahre lang hat uns die Kleine Kneipe als „Gute Stube“ von Alfeld gedient und war für viele von uns Anlaufstelle für gemütliche Stunden, für Gespräche und Informationen. Und das vor allem, weil der gute Geist Brunhilde Heinrich sie gehütet und gepflegt hat. 

Vor 17 Jahren feierte Alfeld das 750-jährige Stadtjubiläum, und in diesem Rahmen entschied Brunhilde Heinrich, ein Café für alle Alfelder zu eröffnen, und das in der Bürgerschänke. Da die Genehmigung für diesen Ort begrenzt war, suchte sie danach eine neue Bleibe – und fand sie direkt gegenüber in dem unteren Haus der Kirchhofreihe, der ehemaligen stadtbekannten „Kleinen Kneipe“. Ein freundlicher Anblick zusammen mit den Tischen und Stühlen davor belebte und ergänzte das Kirchhofensemble mitten in der Stadt. Es konnte besser nicht sein. 

Viele fleißige Hände sorgten für eine wohlige Atmosphäre. Jeder der Gäste wurde bewirtet mit einer von Brunhilde gekochten wohlschmeckenden Suppe oder mit selbstgebackenem Kuchen und natürlich mit Getränken aller Art. 

Bilderausstellungen gaben der Kleinen Kneipe immer wieder ein neues Gesicht, und die gesammelten gestickten Decken zollten dem Fleiß der Stickerinnen auch über deren Lebenszeit hinaus Achtung. 

In den Adventstagen sorgten Krippen und weihnachtliche Figuren für ein heimeliges Ambiente im Kerzenglanz und zu Ostern tummelten sich Hasenfiguren zu Hauf in den Räumen. Beides erinnerte in der immer steriler werdenden Einrichtungsmode unserer Zeit an vertraute Kinderzeit.

Viel fand in diesen Jahren in der Kleinen Kneipe statt, all diese Aktionen sind in dicken Aktenordnern festgehalten und erinnern uns an aktive Stunden. Brunhilde Heinrich hat sie zumeist initiiert und viele Mitarbeiter zum Mitmachen angeregt. 

Ohne Brunhilde wäre die Kleine Kneipe gar nicht erst ins Leben gerufen worden. Und über die eigentlichen Öffnungszeiten hinaus war sie präsent als „Mama“ für alle Fälle. Sie war die Kleine Kneipe. Und natürlich muss auch all denen gedankt werden, die mitgeholfen haben, ehrenamtlich natürlich, in dem Bewusstsein, dass dieser Ort als ein lebenswertes Zentrum für alle in der Stadt einen Einsatz verdient hat. Wir Mitarbeitenden haben unseren „Dienst“ als Bereicherung gesehen und es fällt uns schwer, momentan vor verschlossenen Türen zu stehen.

Am Sonntag, dem 21.September 2025 nahmen wir Abschied von Brunhilde Heinrich und kurz darauf auch von der Kleinen Kneipe.

Es fand ein Flohmarkt statt, bei dem vieles, was sich in den Räumen befand, verkauft wurde. Anderes wartet in privaten Kellern darauf, in dem frisch sanierten Gebäude baldmöglichst wieder zum Einsatz zu kommen. 

Hoffentlich gelingt es Sonja Lehmann, der Besitzerin des Hauses, die Kleine Kneipe einer neuen Bestimmung zuzuführen und sie wieder mit Leben zu füllen. 

Das sogenannte „Kneipenteam“ möchte sie unterstützen und ist voller Tatendrang und Ideen, braucht aber tatkräftige und ideenreiche Verstärkung aus der Alfelder Bevölkerung, die ebenso wie wir einen solchen Raum als wertvolles Angebot in unserer Stadt ansieht.

Packen wir doch alle mit an!